Ich bin jetzt schon seit 16 Tagen hier in Indien und hab 2 Wochen gearbeitet bzw. herumgesessen. Ich hab mich mittlerweile ein bisschen eingelebt, die ersten Tage waren nicht so einfach. Am Donnerstag hab ich auf der Arbeit mal eine Mini-Aufgabe bekommen. Ich sollte eine kleine Handy-Anwendung schreiben, mit der man fiktive Mitarbeiter verwalten kann, also Mitarbeiter anlegen und speichern, anzeigen und löschen. Damit bin ich dann gestern fertig geworden. Ich hoffe, ich kriege am Montag irgendwas anderes zu tun. Es ist mir ja mittlerweile schon fast egal, ob es etwas Sinnvolles oder nur Beschäftigungstherapie ist.
Ist schon etwas merkwürdig da. Sie bezahlen uns wohl ein halbwegs angemessenes Gehalt und stellen uns eine Wohnung, aber zu tun haben sie nichts für uns. Noch dazu sind die da wohl recht panisch, dass irgendwas an "Betriebsgeheimnissen" nach außen gelangen könnte. So sind per Proxy nicht nur Webmailer, Galerien und Foren mehr oder weniger geblockt, sondern an den Rechnern die USB-Ports per Bios deaktiviert. Als ich meine kleine Anwendung auch mal auf meinem Handy ausprobieren wollte, musste ich dazu an den Rechner einer festen Mitarbeiterin, bei der die USB-Ports freigeschaltet sind. Als ich es ihr dann auf meinem Handy vorgeführt hab (sie hatte mir die Aufgabe gestellt), war sie aber sehr begeistert und hat sich gefreut. Naja, so toll war das Programm eigentlich gar nicht

Heute Mittag waren wir dann mal wieder im "Hotel" Mittag essen. Die kolumbianischen Studenten haben das immer so komisch betont, dass ich erst dachte, das wäre ein Restaurant das "Hutter" heißt. Bisher waren wir fast immer dort essen und es ist eigentlich auch immer ganz lecker. Es gibt dort dieses "Indian Meal" für 30 Rupien (50 Cent) oder man kann was Normales von der Karte bestellen (kostet dann meist so zwischen 1 Euro und 1,50 Euro). Ich probiere mich gerade durch diverse südindische Gerichte und bestelle auch mal ohne genau zu wissen, was mich erwartet. Heute gabs "Alu Gobi", was sich als eine Art Kartoffel-Gemüse-Curry herausstellte. Dazu nehm ich dann immer Nan (Brot), denn das find ich besonders lecker.
Die Inder essen übrigens ausschließlich mit der rechten Hand und eigentlich immer ohne Besteck. Das Curry kann man mit dem Brot aufschaufeln oder man vermischt es mit Reis und isst es mit den Fingern. Darin bin ich aber nicht so geübt und nehme eher den Löffel, der eigentlich dazu gedacht ist, das Curry aus einem Schälchen auf den Teller zu befördern. Ich schaue aber immer fasziniert zu, wie die Inder das mit den Fingern machen. Die Inder guggen uns ja auch zu, da ist das nur fair

Auch das Trinken funktioniert in Indien anders. Inder trinken immer ohne dabei das Glas oder die Flasche mit den Lippen zu berühren. Also Mund auf, Kopf in den Nacken legen und reinschütten. In unsrer Abteilung steht ein Wasserspender mit einem(!) Becher, aus dem dann alle trinken. Im Prinzip ja ok, aber hin und wieder könnte man den doch schon mal wechseln, oder? Ich befülle mir übrigens dort immer eine eigene Flasche. Ich hab das mit dem berührungslosen Trinken noch nicht so drauf und befürchte eher, dass ich dabei eine unfreiwillige Dusche nehme. Allerdings glaube ich, dass die Inder im Gegensatz auch das westliche Nuckeln an Flaschen irgendwie eklig finden.