Freitag, 31. August 2007Wie spaet ist es eigentlich in... ?
Hauptsaechlich fuer mich, aber auch fuer diejenigen, die es interessiert, gibts hier jetzt rechts im Menue die aktuellen Zeiten von Indien, Deutschland und Irland.
Indien ist tatsaechlich Deutschland um 3,5 Stunden voraus. Im Oktober wird dann in Deutschland und Irland die Zeit auf Winterzeit umgestellt. Indien ist dann Deutschland um 4,5 Stunden voraus und Irland um 5,5 Stunden. Also: wenn ihr gerade Simpsons guggt, gehe ich schon ins Bett. Donnerstag, 30. August 2007Hochzeit
Wie schon letzte Woche angekündigt waren wir heute auf eine Hochzeit eines Mitarbeiters eingeladen. Wir wurden angewiesen um 9 Uhr bei der alten Firma zu sein, denn dort würde uns ein Bus abholen. Etwa eine halbe Stunde zu spät kam dann auch tatsächlich ein kleiner Bus, lud uns und ein paar andere Mitarbeiter und Studenten ein und los ging's. Wir waren etwa 1,5 Stunden unterwegs und ich weiß auch gar nicht so genau, wo wir eigentlich gewesen sind, aber wir haben mal richtige Landschaft gesehen und richtige Luft geatmet! Es gibt also doch noch ein Indien neben der Großstadt.
![]() Als wir angekommen waren, begann auch schon gleich die Trauzeremonie. Wir sortierten uns auf die Gartenstühle (Frauen auf die linke Seite, Männer rechts) und sahen zu. Und sahen eben nur zu. Ich war recht alleine mit der etwas steifen Chefsekretärin und ein paar anderen, die aber alle weiter weg von mir saßen. Und die Frau Chefsekretärin wollte anscheinend mit mir nicht so recht reden, mir auch nichts erklären und verscheuchte sogar eine alte Frau, die mir einen roten Punkt auf die Stirn malen wollte, ohne mich zu fragen, was ich davon eigentlich halte. Was ich beobachtet hab: Es gab eine Art Empore. Links und rechts saßen wohl jeweils die Familien des Brautpaars, in der Mitte gab es einen geschmückten Pavilion, unter dem der Bräutigam zunächst saß und wartete. Um ihn herum standen alle möglichen Leute, Fotografen, Famillienangehörige oder wer gerade sonst mit jemandem da oben quatschen wollte. Irgendwann wurde die Braut hereingeführt und auf die Empore gebracht. Der Bräutigam stand nun mit dem Rücken zu uns und schaute auf die Braut (die für uns verdeckt vom Bräutigam ihm gegenüber stand). Zwischen die beiden wurde ein Tuch gehalten. Ein Prediger (oder sowas ähnliches) erzählte sehr viel spannende Märchen oder die Sonderangebote des hiesigen Supermarktes und irgendwann durfte sich das Brautpaar hinsetzen und das Tuch wurde entfernt. Dann erzählte der Prediger noch mal eine ganze Weile was übers Wetter und zwischendurch durfte der Bräutigam der Braut Reis aufs Haupt streuen und umgekehrt. Das Ganze dauerte ca. eine Stunde. Dann wurden große, festliche Stühle geholt und das Brautpaar darauf platziert. Die männlichen Besucher sprangen auf, liefen nach vorne und bewarfen das Brautpaar mit Reis und wünschten ihnen alles Gute. Danach verzog sich alles nach nebenan zum Futtern. Das Braupaar musste währendessen noch für jede Menge Fotos posieren. Nach dem Futter posierten wir dann auch noch mal mit Brautpaar (leider aber nicht vor meiner Kamera) und fuhren dann auch schon langsam wieder zurück zum Büro. Ich muss mich wohl wirklich mal informieren, was da so alles passiert ist. Eine Kollegin hat gesagt, sie hätte mir ja gerne was darüber erzählt während der Trauung, aber unsre Chefsekretärin hätte ja zwischen uns gesessen. Hmpf. Fotos gibt es wie immer in der Galerie. Viel Spaß. Montag, 27. August 2007Durch den Monsuuuun, hinter die Weeeelt...
Ja, ich hab schon die ganze Zeit darauf gewartet, diese Ueberschrift irgendwo anzubringen
Das letzte Wochenende war recht oede. Eigentlich wollten wir ja am Freitag Abend ins Kino. Daraus wurde aber nichts, da zu einer normalen Uhrzeit nur Hindi-Filme und Harry Potter lief. Wir wollten uns "Transformers" ansehen, aber der lief dann erst um 23.45 Uhr. Da wir samstags fuer das Cricket-Spiel frueh raus gemusst haetten, verschoben wir das Kino auf naechste (diese) Woche. Samstags frueh dann, ich war schon geduscht, angezogen und abmarschbereit um 6.30 Uhr (Turnier sollte um 7 Uhr beginnen), kam der Anruf von unsrem Chef und Organisator, dass das Turnier wegen Regens erstmal nicht stattfinden sollte. Der Regen setzte dann gegen Mittag mal kurz aus und gab mir Gelegenheit mich fuer Waescheaufhaengen auf der Dachterasse zu entscheiden, um dann meine sowieso schon nasse Waesche noch mal richtig einzuweichen. Sonntag regnete es dann zur Abwechslung mal wieder. Zwischendurch kam der "Internet-Guy" und versuchte unsre Internetverbindung in Ordnung zu bringen. Half aber nix. Bis heute morgen ging sie immer noch nicht. Vom Hunger getrieben hab ich mich dann in ein Bistro verkruemelt und ein Dosa (Reispfannkuchen) gefuttert. Dort hab ich auch von den Anschlaegen erfahren (siehe unten). Zwischenzeitlich kam noch ein Anruf vom "Film-Guy". In Hyderabad gibt es die groessten zusammenhaengenden Filmstudios der Welt. Und dort werden immer mal wieder Europaeer als Statisten gesucht. Durch die AIESEC-Studenten sind die auf uns aufmerksam geworden und wollten uns schon samstags fuer ein Shooting haben (was wir aber wegen des Cricket-Turniers abgesagt hatten). Nun brauchten sie einen europaeischen Herrn am Sonntag Abend und Christian sagte zu. Kurz darauf sagte der Film-Guy aber wieder ab, denn es regnete... Bombenanschlag
Den deutschen Medien war es wohl eher eine kurze Meldung wert, scheint es doch so weit entfernt zu sein und viele haben es vielleicht gar nicht mitbekommen: Samstag Abend explodierten in Hyderabad zwei Bomben, in einem Restaurant und in einem kleinen Freizeitpark. Es wurden etwa 40 Leute getoetet, viele mehr verletzt und wohl (je nach Quelle) noch bis zu 19 weitere Sprengsaetze in der ganzen Stadt gefunden.
Wir hatten am Wochenende kein Internet und ich erfuhr es erst Sonntag Mittag in einem Bistro von einem netten Inder der mich ansprach. Das Restaurant kenne ich nicht, aber in dem Park waren wir erst vor einer Woche gewesen. Von dort aus kann man naemlich die Bootsfahrt zu der Buddha-Statue machen (darueber hatte ich gebloggt). Es ist schwer vorstellbar, das genau dort nun viele Menschen starben. Bisher weiss niemand, wer oder welche Organisation dahinter steckt. Ich weiss nicht, wie ich darauf reagieren soll. Muss ich nun Angst haben, durch die Stadt zu gehen? Werden wir uns nun von grossen, oeffentlichen Plaetzen und Touristenattraktionen fernhalten muessen? Der Inder im Bistro gestern meinte, ich solle mir keine Sorgen machen. Man habe ja noch nie gehoert, dass es in einer Stadt einen Bombenanschlag gegeben haette und kurz darauf in der gleichen Stadt wieder eine Bombe explodiert sei. Zumindest also die Inder scheinen keine Angst zu haben. Donnerstag, 23. August 2007Alltag
Heute bin ich schon den dritten Tag auf der Arbeit. Nachdem wir am ersten Tag hier das firmeninterne Essen gegessen haben, gings mir in der Nacht auf Mittwoch nicht so gut und den ganzen Mittwoch ueber war ich ziemlich fertig (abwechselnd Bauchschmerzen, Uebelkeit und Kopfweh). Heute morgen dann war aber wieder alles vorbei und wir sind vorsorglich woanders essen gegangen.
Die Firma, in der wir jetzt sind, ist im Consulting-Bereich taetig. Das heisst, dass die Firmen ueber Software beraet, aber auch selbst Software programmiert. Ich muss im Moment haeuptsaechlich eine ziemlich miese Java-Anwendung durchtesten. Das mach ich schon seit 3 Tagen und langsam kenn ich jeden Knopf auswendig. Gestern sind wir dann auch tatsaechlich zu einer Hochzeit eingeladen worden. Die ist schon naechste Woche. Der Braeutigam arbeitet hier, aber ich kenne ihn nicht. Laut Einladung heisst er "Praveen Kumar Reddy L". Sehr seltsamer Name. Erst panisch darueber, was ich anziehen und schenken soll, wurde ich jedoch mittlerweile aufgeklaert, dass wir (die Abteilung) ja nur Randgaeste seien und was ganz normales anziehen koennen. Fuer ein Geschenk legt die Abteilung zusammen und kauft irgendwas. Sehr beruhigend. Ich bin schon mal gespannt, wie so eine Hindu-Hochzeit ablaeuft. Am Samstag erwartet uns dann das Cricket-Turnier, welches schon um 7 Uhr morgens beginnt, weil so viele Teams mitspielen Unser Chef hier, der ausserdem der Organisator des Turniers ist, hat uns ausserdem fuer eine Farewell-Feier im September eingeladen. Er geht naemlich Mitte September auch nach Deutschland (wieso geht eigentlich jeder zweite Inder, den wir hier treffen, nach Deutschland?). Er studiert dann dort ein Semester in Hof und arbeitet dann in Aschaffenburg bei der deutschen Niederlassung unsrer Firma. Er hat uns schon mal vorgewarnt, dass es auf seiner Feier Bier und Whisky geben wuerde und sein Vater davon nix erfahren darf. Rhada ist uebrigens immer noch hier. Aber das Konsulat hat ihm zugesichert, dass er "wahrscheinlich heute" sein Visum kriegen soll. Er wollte uns dann anrufen, aber bisher haben wir nichts von ihm gehoert. Er ist sehr verunsichert ueber die Ausschreitungen in Muegeln. Er meint, jemand sollte diesen Leuten sagen, dass das nicht gut ist fuer ihr Land. Ja, da hat er Recht. Dienstag, 21. August 2007zweiter erster Arbeitstag
Heute war dann unser erster Arbeitstag bei der neuen Firma. Wir haben unsre Arbeitsplätze bekommen mit recht flotten Rechern (3 GHz, 1GB Ram) und richtig echtem Internet.
Die Arbeitsatmosphäre dort ist sehr angenehm. Es ist ein wenig klimatisiert, ruhig und mir pustet nicht ständig ein Ventilator von oben in die Augen wie bei der alten Firma. Die Leute da sind alle sehr nett, aber teilweise ein bisschen schüchtern (macht nix, sind wir auch). Es arbeiten dort außer uns keine Studenten oder Praktikanten und wir sind auch die einzigen Nicht-Inder. Aber viele waren schon mal in Deutschland, haben sogar teilweise an der FH Wiesbaden ein Semester studiert. In der alten Firma fühlte ich mich größtenteils von den Indern ausgeschlossen oder gar nicht beachtet. Aber mit den neuen Mitarbeitern komme ich nach einem Tag schon viel besser klar. Wir sollten uns zunächst in eine Projektmanagment-Software einarbeiten, die ab September eingesetzt wird. Wir sollen dann später allen erklären, wie das funktioniert und wie man damit seine Projekte und Aufgaben verwaltet. Damit waren wir den Vormittag beschäftigt. Ich wurde dann in ein Meeting geholt und mir wurde eine Java-Anwendung vorgeführt, die für die Firma programmiert wurde und eine Art Adress-Termin-Aufgaben-Verwaltung darstellen soll. Die ist aber noch sehr buggy, hat also noch viele Fehler, und ich durfte dann Nachmittags das Programm mal durchtesten und Fehlerberichte schreiben Am späten Nachmittag wurde die Stimmung sehr locker. Die Leute haben gesurft und eine Frau hat sich sogar einen Bollywood-Film angeschaut. Mein Pseudo-Chef (Chef hört sich irgendwie so böse an) hat derweil Billiard auf seinem Rechner gespielt. Es tut wirklich gut mal kurz seine Emails lesen zu können, ohne befürchten zu müssen, dass gleich ein böser Admin (der bei der alten Firma hat ich übrigens immer an Freddie Mercury erinnert) hinter einem steht und man eins auf den Deckel bekommt, weil es verboten ist. Einen Nachteil gibt es allerdings an der neuen Firma dann doch noch: Die Leute da gehen mittags nicht essen, sondern es kommen zwei Männer mit einigen Töpfen anmarschiert und servieren das Essen in einem kleinen Pausenraum nebenan. Das Essen ist nicht schlecht, aber nichts besonderes. Und ich fürchte, es wird auch nicht so viel Abwechslung geben. Wir können zwar auch außerhalb essen, aber das benötigt dann natürlich viel mehr Zeit und macht vielleicht auch nicht gleich in der ersten Woche so einen guten Eindruck. Montag, 20. August 2007Ende der Langeweile?
Heute Nachmittag furhren wir mit unsrem Chef zu seiner anderen Firma, die er uns zeigen wollte. Als wir dort waren, erklärte er uns, dass wir ab morgen nun hier arbeiten sollen. Wir waren etwas überrascht, wie man sich denken kann.
Nachdem ich jetzt ein wenig darüber nachgedacht habe, bin ich aber der Meinung, dass es gar nicht so schlecht sein wird. Die neue Firma ist klimatisiert, in einem neuen Gebäude, alles ist sauber und wir haben schon eine Art Aufgabenstellung bekommen. Wir sollen auf den Rechnern ein Tool installieren, mit welchem die Mitarbeiter festhalten können, an welchen Projekten sie gerade arbeiten. Dieses Tool war bisher optional und hat sich daher auch nicht so richtig durchgesetzt. Wenn es die Mitarbeiter nun immer noch nicht verwenden, sollen wir das petzen Was allerdings an der ganzen Sache nachteilig ist: Ich hatte mich gerade etwas in der alten Firma eingelebt und finde es schade, dass wir nun nicht mehr so viel Kontakt zu den anderen Studenten haben. Ich hoffe, wir verlieren uns nicht aus den Augen. Außerdem ist die neue Firma ein ganzes Stück weiter weg als die Alte. Ich bin gespannt, wie lange wir mit der Rikscha unterwegs sein werden. Dazu müssen wir auch noch eine halbe Stunde länger arbeiten (insgesamt 9,5 Stunden täglich). Morgen haben wir also unsren ersten Tag. Ich bin neugierig und werde berichten. Wir sind übrigens schon zum firmenübergreifenden Cricket-Spiel am Samstag eingeladen (8 Firmen in dem Gebäude spielen gegeneinander). Und nein, ich spiele nicht mit, denn Frauen dürfen nicht. Sonst hätte ich natürlich sofort losgelegt Ausflug zum Buddha
Gestern fuhren wir mit Rhada und einem Freund von ihm (dessen Namen ich mir irgendwie nicht merken kann) zum Hussain Sagar. Der Hussain Sagar ist ein großer See im Zentrum Hyderabads.
In diesem See gibt es eine kleine künstliche Insel mit einer 16 Meter hohen Buddha-Statue darauf. An einem Ufer des Sees gibt es einen Mini-Freizeitpark von dem aus man mit einem Boot zur Insel fahren kann. Also sind wir dort mal rüber gefahren und haben ein bisschen Touristen gespielt.Danach spazierten wir noch etwas am Ufer entlang. Es verläuft zwar direkt um den See eine große Hauptstraße mit sehr viel Verkehr, aber zwischen See und Straße sind kleine, angelegte Grünflächen, auf denen Leute picknicken, spielen oder Yoga-Übungen praktizieren. Schließlich sind wir noch in ein größeres Restaurant essen gegangen. Wir aßen Byriani, eine Spezialität Hyderabads. Es besteht aus Reis mit ein paar Gewürzen und Gemüse oder Hühnchen, je nachdem, welche Variante man wählt. Ich fand das Essen allerdings etwas trocken und nicht so überzeugend. Ich glaube, ich steh mehr auf Curry-Gerichte. Auf der Heimfahrt haben wir noch kurz in einer Teestube Halt gemacht und einen Chai getrunken (Chai ist das indische Wort für Tee, aber dieser Tee schmeckt ganz anders als unsrer, würziger, sehr süß und nach Büffel Sonntag, 19. August 2007Abschiedsfeier beim indischen Chinesen
Freitag waren wir ja auf der ISAAC-Studenten-Party und wurden dort zu einer Abschiedsfeier am Folgetag, also gestern eingeladen. Ein deutscher Student verlässt heute Hyderabad um ein bisschen herumzureisen und dann zurück nach Dresden zu fliegen. Witzigerweise hat er starke Schwierigkeiten mit uns deutsch zu reden und kehrt immer wieder zum Englischen zurück.
Wir haben uns also wieder in die Rikscha geschwungen und waren etwa eine halbe Stunde unterwegs bis zum genannten Restaurant. Dieses war mir auf dem Weg zur Party vorgestern schon aufgefallen, denn es sieht sehr edel aus und draußen stehen ein ganzer Haufen Angestellter in weißen Anzügen, die die Autos parken (oder einfach nur herumstehen). Auch drinnen sah es ganz gut aus. Anscheinend sind da drei oder vier Restaurants übereinander drin und unter anderem dieser Chinese. Das Essen dort war allerdings... naja... eher Mensa-Niveau, aber dafür teurer. Eine Schüssel Reis fast 1,50 Euro und mit dem Essen dazu bin ich auf über 5 Euro insgesamt gekommen. Dafür, dass es nicht richtig geschmeckt hat, ganz schön viel. Außerdem waren auch die ganzen Kellner ziemlich verplant, haben Vorspeisen und Hauptgerichte gleichzeitig gebracht, Gerichte komplett vergessen und waren auch sonst recht unaufmerksam. Ich bleib da lieber beim indischen Essen. Ich finde, das können die Inder besser. Samstag, 18. August 2007Partying in Hyderabad
Gestern gegen 22 Uhr stand dann plötzlich ein Brasilianer vor der Tür, ein Student, den wir bisher nicht kannten, aber mit einer Studentin von unsrer FH in Wiesbaden befreundet ist, die bis Januar hier hier Praktikum gemacht hat. Er wollte uns zu einer Party mitnehmen. Also haben wir eine Rikscha genommen und sind durch die halbe Stadt gefahren.
Angekommen bemerkten wir dann doch ein paar bekannte Gesichter, nämlich die der kolumbianischen Studenten, die mit uns bei MobileOne arbeiten. Die Party war nicht besonders groß, vielleicht etwa 30 Leute, alles ISAAC-Studenten und es war eine Mischung aus Geburtstagsfeier und Abschiedsfeier. Die ISAAC-Studenten wohnen hier in Hyderabad in drei großen Wohnungen in einem etwas besseren Stadtviertel als unsrem, dafür aber auch zu acht in einer Wohnung. Es war ganz nett, jede Unterhaltung begann mit "What's your name?" und "Where are you from?" und ich habe an diesem Abend ziemlich viele Leute kennengelernt, an deren Namen ich mich wohl nicht komplett erinnern kann, aber daran dass sie aus der ganzen Welt kommen (Rumänien, Russland, Brasilien, Kolumbien, Niederlande, China, UK...) und oft noch viel länger hier in Indien bleiben als wir. Ich habe indisches Bier probiert (KingFischer) und man konnte es sogar trinken. Gegen 4 Uhr kamen wir dann wieder "zu hause" an und ich musste über das Tor klettern, da es schon von innen verriegelt war. Heute Abend sind wir noch auf die Abschiedsfeier eines Deutschen eingeladen, der wohl ein Essen in einem chinesischen Restaurant ausgibt. Da kann ich dann mein Namensgedächtnis vielleicht noch mal etwas auffrischen. Zweite Woche geschafft
Ich bin jetzt schon seit 16 Tagen hier in Indien und hab 2 Wochen gearbeitet bzw. herumgesessen. Ich hab mich mittlerweile ein bisschen eingelebt, die ersten Tage waren nicht so einfach. Am Donnerstag hab ich auf der Arbeit mal eine Mini-Aufgabe bekommen. Ich sollte eine kleine Handy-Anwendung schreiben, mit der man fiktive Mitarbeiter verwalten kann, also Mitarbeiter anlegen und speichern, anzeigen und löschen. Damit bin ich dann gestern fertig geworden. Ich hoffe, ich kriege am Montag irgendwas anderes zu tun. Es ist mir ja mittlerweile schon fast egal, ob es etwas Sinnvolles oder nur Beschäftigungstherapie ist.
Ist schon etwas merkwürdig da. Sie bezahlen uns wohl ein halbwegs angemessenes Gehalt und stellen uns eine Wohnung, aber zu tun haben sie nichts für uns. Noch dazu sind die da wohl recht panisch, dass irgendwas an "Betriebsgeheimnissen" nach außen gelangen könnte. So sind per Proxy nicht nur Webmailer, Galerien und Foren mehr oder weniger geblockt, sondern an den Rechnern die USB-Ports per Bios deaktiviert. Als ich meine kleine Anwendung auch mal auf meinem Handy ausprobieren wollte, musste ich dazu an den Rechner einer festen Mitarbeiterin, bei der die USB-Ports freigeschaltet sind. Als ich es ihr dann auf meinem Handy vorgeführt hab (sie hatte mir die Aufgabe gestellt), war sie aber sehr begeistert und hat sich gefreut. Naja, so toll war das Programm eigentlich gar nicht Heute Mittag waren wir dann mal wieder im "Hotel" Mittag essen. Die kolumbianischen Studenten haben das immer so komisch betont, dass ich erst dachte, das wäre ein Restaurant das "Hutter" heißt. Bisher waren wir fast immer dort essen und es ist eigentlich auch immer ganz lecker. Es gibt dort dieses "Indian Meal" für 30 Rupien (50 Cent) oder man kann was Normales von der Karte bestellen (kostet dann meist so zwischen 1 Euro und 1,50 Euro). Ich probiere mich gerade durch diverse südindische Gerichte und bestelle auch mal ohne genau zu wissen, was mich erwartet. Heute gabs "Alu Gobi", was sich als eine Art Kartoffel-Gemüse-Curry herausstellte. Dazu nehm ich dann immer Nan (Brot), denn das find ich besonders lecker. Die Inder essen übrigens ausschließlich mit der rechten Hand und eigentlich immer ohne Besteck. Das Curry kann man mit dem Brot aufschaufeln oder man vermischt es mit Reis und isst es mit den Fingern. Darin bin ich aber nicht so geübt und nehme eher den Löffel, der eigentlich dazu gedacht ist, das Curry aus einem Schälchen auf den Teller zu befördern. Ich schaue aber immer fasziniert zu, wie die Inder das mit den Fingern machen. Die Inder guggen uns ja auch zu, da ist das nur fair Auch das Trinken funktioniert in Indien anders. Inder trinken immer ohne dabei das Glas oder die Flasche mit den Lippen zu berühren. Also Mund auf, Kopf in den Nacken legen und reinschütten. In unsrer Abteilung steht ein Wasserspender mit einem(!) Becher, aus dem dann alle trinken. Im Prinzip ja ok, aber hin und wieder könnte man den doch schon mal wechseln, oder? Ich befülle mir übrigens dort immer eine eigene Flasche. Ich hab das mit dem berührungslosen Trinken noch nicht so drauf und befürchte eher, dass ich dabei eine unfreiwillige Dusche nehme. Allerdings glaube ich, dass die Inder im Gegensatz auch das westliche Nuckeln an Flaschen irgendwie eklig finden. Mittwoch, 15. August 2007Doppelte Blogeinträge
Eine kurze Anmerkung an die verehrte Leserschaft: Auf Christians Blog kann es zu thematischen Überschneidungen zu meinen Blogbeiträgen kommen. Wir sind uns leider noch nicht darüber einig geworden, wer die Persönlichkeitsrechte an einem gemeinsam verbrachten Tag inne hält. Bevor dies geklärt ist, empfehle ich den Lesern, sich auf einen Blog zu konzentrieren, um Verwirrungen und Déjà -lus zu vermeiden. Hierbei sollte natürlich der redaktionell hochwertigere und unterhaltsamere Blog gewählt werden, also MEINER!
Indischer Unabhängigkeitstag
Heute ist der 60. indische Unabhängigkeitstag und wir hatten frei. Morgens hat Rhada an die Tür geklopft und kurz geschaut, ob bei uns alles in Ordnung ist. Er hat leider immer noch nicht sein Visum und ist wohl etwas besorgt deswegen. Eigentlich wollte er Ende der Woche nach hause nach Kaschmir und dann am 3. September nach Deutschland fliegen. Es wird also langsam eng.
Er erklärte mir, dass wir uns heute besser von größeren Versammlungen fern halten sollten, da Gefahr durch terroristische Anschläge bestünde Direkt vor unsrem Haus haben ein paar Menschen einen Gartenstuhl aufgestellt und ein Bild von Ghandi darauf platziert. Dann wurde sehr feierlich eine kleine Flagge an einem kleinen Mast gehisst, aus welcher Konfetti fiel. Alle haben applaudiert und dann salutierend ein Lied gesungen (ich vermute mal, es war die Nationalhymne). Auf der Musheerabad Main Road war eine Art Demonstraion der CPM. Wie mir Krishna (eine Demonstrantin, die mich ansprach) erklärte, sei das was politisches und sie würden für irgendwas kämpfen (Aha). Dann kamen noch die üblichen Fragen "Where are you from?", "What is your name?" und "Where are you going?". Die Teilnehmer der Demonstration standen friedlich als lange Menschenkette am Straßenrand entlang und schwitzten in der Sonne. Wie wir später nachgelesen haben, ist die CPM eine kommunistische Partei, die sich wohl auch besonders für die Rechte der Frauen einsetzt. Von dort aus sind wir dann per Rikscha zum größten Einkaufszentrum hier in Hyderabad gefahren, dem "Hyderabad Central". Praktischerweise haben alle größeren Läden hier auch an Feiertagen und Sonntags geöffnet (und unter der Woche bis etwa 22 Uhr). Das "Hyderabad Central" ist eigentlich nur ein sehr großes Kaufhaus, in dem außerdem noch ein paar Restaurants und Fressstände drin sind. Wir entdeckten dort einen Kaffeeshop und haben uns sofort darauf gestürzt. Man kriegt hier nämlich in Indien eher selten Kaffee und wenn, dann mit mindestens einem Pfund Zucker drin (beim Tee genauso). Der Kaffee war brühend heiß, aber er hat nach Kaffee geschmeckt und man durfte ihn selbst süßen Dann sind wir durch das Kaufhaus geschlendert und haben ein bisschen nach Klamotten geschaut. Leider muss man sagen, dass Frauenklamotten deutlich unterpräsentiert sind. Es gibt dort ein paar Ecken mit Markenklamotten und dort hab ich dann auch ein paar Wrangler's Jeans für Damen gesehen für schlappe 1600 Rupien (etwa 30 Euro). Auch die Jeans von Levi und Lee bewegen sich in diesem Rahmen, allerdings gibts dann oft noch diverse Schildchen mit Rabatten von bis zu 50% oder "Buy 1 get 1 free" (oder sogar "Buy 2 get 2 free"), aber dann eher auf die Noname-Produkte. Wir haben uns dann bis ganz oben zum Spielzeug, Büchern und Elektrokram durchgekämpft, sind wieder ganz nach unten und haben dort endlich die Frauenabteilung gefunden. Da gabs dann auch mal ein paar normale T-Shirts, Blusen (viele leider mit langen Ärmeln) und Hosen. Gekauft hab ich allerdings nichts, vielleicht beim nächsten mal. Sollte es mal etwas kühler werden, hole ich mir auf jeden Fall wieder ein paar Chuck's (Stoffturnschuhe) für etwa 17 Euro Inzwischen hungrig geworden, haben wir uns dann für ein Mittagessen im Pizza Hut entschlossen und mussten leider feststellen, dass es dort außer "Normal Veg", "Crunchy Veg", "Vegie Special" mal wieder nur Hühnchen-Pizzen gab. Für zwei (Mini-)Pizzen, zwei Cola und eine Portion Knobi-Käsebrot sind wir dort 9 Euro (schweineteuer!) losgeworden, dann noch kurz in einen Supermarkt gehüpft (dort gab es weißes, weiches Klopapier! Jippieh!) und wieder nach hause gefahren. Dienstag, 14. August 2007Lost in Translation
Ich bin ja etwas blauäugig nach Indien gefahren und war der Meinung, dass hier jeder Englisch spricht. Dem ist nicht ganz so. Verkäufer und Rikschafahrer haben damit meist so ihre Schwierigkeiten. So kann die Suche nach Brot in einem der riesigen Supermärkte schon mal eine Fragekette unter den Verkäufern auslösen, wer von ihnen nun versteht, was wir komischen Ausländer wollen.
Bei den Rikschafahrern halten wir es meist so, dass wir ihnen den Namen des Zielviertels entgegen rufen und auf das Taxameter zeigen. Schütteln sie dann den Kopf, so heißt das nein... oder ja. Inder nicken nicht so wie wir, wenn sie "ja" meinen (also mit dem Kinn nach oben und unten), sondern wackeln etwas merkwürdig mit dem Kopf (Ohren Richtung Schultern). Wenn das ein Deutscher machen würde, würde ich das als "naja, vielleicht. Ich denk drüber nach" verstehen. Es ist gar nicht so leicht sich jedesmal darauf zu konzentrieren, auf welche Art das Gegenüber nun mit dem Kopf wackelt. Rhada, unser wirklich sehr hilfsbereiter Nachbar, übersetzt für uns manchmal, z.B. im Handyladen. Das merkwürdige daran ist, dass er mit uns dann Englisch spricht und mit dem Verkäufer... auch Englisch. Aber das Verkäuferenglisch ist so seltsam, dass ich davon nicht mal die Hälfte verstehe. Bei einer Gelegenheit haben wir auch mal in Rhadas Deutschunterlagen reingeschaut. Er hat ein Übungsheft mit verschiedenen Wörtern und Sätzen drin. Dort lernt er z.B. so wichtige Ausdrücke wie "Was ist ein Scheibenwischer?" und "Morganwasser mit/ohne Geschmack bitte". Vielleicht sollten sie noch mal einen Deutschen drüber lesen lassen... Sonntag, 12. August 2007Bilder online
ich habe jetzt endlich ein paar Fotos online. Wer noch mal den Login für die Galerie braucht, schreibe mir eine Email oder eine Nachricht im ICQ. Viel Spaß damit.
(Seite 1 von 2, insgesamt 23 Einträge)
» nächste Seite
|
KalenderSucheWetterZeitzonenanzeigerIndien:
Deutschland: Irland: LinksMeine Galerie:
Bildergalerie andere Blogs: CategoriesSyndicate This BlogBlogcounterVerwaltung des Blogs |

