Donnerstag, 29. November 2007
nein, diesmal nicht die Schweizer:
"Venezuelas Präsident Chavez lässt die Uhren eine halbe Stunde zurückdrehen. Grund: Die USA würden der Welt die Einteilung in Zeitzonen zu vollen Stunden aufzwingen."
Da sind die Inder wohl mal wieder ihrer Zeit (um eine halbe Stunde) voraus  Naja, ausserdem auch noch mindestens Iran, Neufundland, teilweise Kanada und Australien, Afghanistan, Kokosinseln, Myanmar... Da guggen die USA sicher bloed.
Mittwoch, 28. November 2007
Hier in Indien gibt es schon einige Tiere, die man als Europaer noch nie live zu Gesicht bekommen hat. Dazu zaehlen nicht unbedingt nur Chamaeleons oder Elefanten, sondern auch die meist nur aus dem Hollywoodfernsehen bekannten Kakerlaken. Ich habe meine erste Kakerlake auf der Strasse in der Mittagspause gesehen und es war eine von der grossen, schwarzen Sorte. Weit mehr verbreitet sind hier allerdings die etwas kleineren, braeunlicheren. Sie krabbeln auf der Firmentoilette herum, hocken im Pausenraum an den Waenden und in den Schreibtischschubladen brueten sie ihren Nachwuchs aus (besonders gerne, wenn der Vorbesitzer des Schreibtischs dort eine Packung suesse Waffeln vergessen hat).
Eins der Restaurants, die wir zu Anfang ganz gut fanden, besuchen wir nicht mehr. Der Grund dafuer ist, dass dreimal hintereinander Kakerlaken aus dem Brotkorb gekrabbelt kamen. Die Kellner hat das nicht interessiert und auf Nachfrage bekamen wir immerhin einen anderen Tisch (aber kein neues Brot).
Auf der Arbeit hatte die Plage dann aber doch auch etwas Gutes: da eine Kollegin mehrmals Kakerlaken in ihrem Kaffee aus dem Automat im Pausenraum hatte, beschwerte sie sich beim Chef. Nun gibt es nicht mehr den ekligen Kaffee und Tee aus dem Automaten, sondern zweimal am Tag kommt ein Junge mit frischem Tee zu uns ins Buero
Wir sind wieder zu dritt. Stephie flog letzte Nacht wieder zurueck nach Deutschland und hinterliess Matthias, Christian und mir nur eine Packung deutschen Gouda und ein leeres Zimmer.
Die letzten Tage verliefen recht ereignislos. Wir schauten im Imax (auf der groessten Leinwand der Welt... das hab ich schon mal erwaehnt oder?) "Beowulf" in 3D. Das beste an dem Film war die Dose Kekse, die ich mir vor der Vorstellung im Kino gekauft hatte. Findet jemand diese Animationstechnik wirklich gut? Die Leute sehen teilweise aus wie Wachs. Da wirkte ja selbst Robert T-Online lebensechter.
Kulinarisch gesehen entdeckten wir in den letzten zwei Wochen neue Welten: wir waren libanesisch, tuerkisch und mexikanisch essen (und mehrmals in den amerikanischen Fast-Food-Tempeln McDonald's, Subway und KFC). Ja, auch indisches Essen wird irgendwann langweilig und man sucht Alternativen. Mal sehen, ob wir irgendwann noch ein deutsches Restaurant auftun.
Ausser unter der Woche im Buero zu sitzen, schauten wir uns noch die " Seven Tombs" an, in welchen 7 Koenige beigesetzt sind. Diese Graeber, die fast schon wie Mini-Palaeste aussehen, stehen in einem schoenen Park, in dem man sich ein bisschen von der Grossstadt erholen kann. Eine Woche davor waren wir ausserdem endlich auch mal in HITEC City, einem Stadtteil von Hyderabad, in dem viele grosse IT-Firmen angesiedelt sind. Davon haben wir aber nicht so viel gesehen, sondern sind recht zufaellig in eine Art Kunsthandwerks-Vergnuegungspark gestolpert, in dem man vor allem einkaufen, aber auch Plastik-Inder bei der Ausuebung frueherer Handwerksberufe beobachten konnte (sowas wie der Hessenpark auf indisch, jedoch mit dem Unterschied, dass die dargestellten Berufe noch genauso in Indien ausgeuebt werden, auch wenn die Inder das vielleicht nicht wahrhaben wollen).
Zumindest bei mir hat in letzter Zeit auch langsam das Heimweh eingesetzt. Naechste Woche jedoch haben wir schon unsren letzten Arbeitstag. Danach gehen wir auf Reisen und danach, Mitte Januar, geht es dann auch endlich zurueck nach Deutschland.
Mittwoch, 14. November 2007
Das Wochenende ist schon wieder ein paar Tage her, aber ich will trotzdem noch erzaehlen, was wir so gemacht haben.
Am Freitag war Diwali, einer der hoechsten hinduistischen Feiertage und wir hatten frei und kein Internet. Von unsrer Firma gab es zu diesem Anlass auch ein paar indische Suessigkeiten, die wir sehr vorsichtig probierten und zwischen "naja, man kanns essen" und "das schenken wir lieber dem Watchman" einordneten. Abends gab es dann jedenfalls das schon von Boeller-werfenden Kindern vorangekuendigte Feuerwerk, welches ueber die ganze Stadt verteilt war und die Inder sehr ausgelassen begingen. Die hier verwendeten Boeller wurden frueher wahrscheinlich erfolgreich zur Elefantenjagd eingesetzt (Tod durch Herzstillstand?) und dienen auch zur ambulanten Amputation von Fingergliedern oder Perforation von Trommelfellen.
Nach einer sehr kurzen Nacht, denn die Inder feierten noch zwei Tage lang weiter und unser Bus fuhr eben schon um 8 Uhr, machen wir uns auf zu einem Tagesausflug zum Nagarjuna Sagar, einem Stausee etwa 150km ausserhalb Hyderabads. Wir planten eigentlich, dort zu uebernachten, denn es sollte einen sehenswerten Staudamm, Wasserfaelle und ein Tigerreservat geben. Die Touri-Information klaerte uns bei der Ankunft jedoch auf, dass man Tigerkuscheln nur mit Anmeldung beim Tigeraufseher duerfe und den Rest unsrer Besichtigungen gut an einem Tag hinter sich bringen koennte. Wir fuhren daraufhin mit der Rikscha und Fahrer "I can drive with my legs"-Ramesh weiter zum Stausee. Dort konnte man, wenn man ein Ticket fuer die Ueberfahrt, ein Ticket fuer das Museum und ein Ticket fuer die Insel gekauft hatte (und nur dann!) mit einem Bootchen zu einer Insel im Stausee fahren und sich alte Monumente und eben ein Museum anschauen. Wir stopften uns also mit vielen anderen Indern auf das Bootchen und schaukelten ca. eine Stunde ueber den See. Auf der Insel angekommen, suchten wir erstmal das Klohaeusschen und was zu Essen (war ja mittlerweile 15 Uhr mittags) und nachdem wir Ersteres gefunden, Zweiteres aber uebersehen hatten, wurden wir aufgefordert, wieder zurueck zum Boot zu gehen, denn dies sei die letzte Rueckfahrtmoeglichkeit. Wir schaukelten darauf irritiert wieder etwa eine Stunde zurueck zum Festland und hatten ziemlich genau nix gesehen.
Nun aber los zu den Wasserfaellen mit der naechsten Rikscha. Bis wir dort ankamen und den Eintritt gezahlt hatten, war es dann allerdings dunkel und die im Touribuero versprochene und auf Prospekten verkitschte Beleuchtung nicht funktionsfaehig.
Wir fuhren dann wieder zurueck zur Busstation, was auch nicht ganz reibungslos funktionierte, bekamen in einem kleinen Restaurant endlich was zu Essen und erwischten dann auch gegen 20.30 Uhr einen Bus zurueck nach Hyderabad.
Ziemlich erledigt und von der zugigen Luft im Bus durchgekuehlt kamen wir gegen 1 Uhr wieder in unsrer Wohnung an.
Dienstag, 6. November 2007
Am Sonntag sind Moni und ich mal wieder zum Optiker getigert und ich hab nun endlich meine neue Brille bekommen... leider aber nicht passend fuer mich zurecht gebogen, weil kein faehiger Mitarbeiter da war. Danach sind wir zum Birla Tempel gefahren und haben ihn nach 2 Stunden Warterei wegen Mittagspause auch anschauen duerfen. Ungefaehr die halbe indische Armee hatte dies auch vor und draengelte sich schamlos nach vorne oder winkte uns in die Kamera. Der Tempel ist schon sehr schoen, aber nicht so bunt wie die Hindu-Tempel sonst meistens sind. Der Priester im Heiligtum des Tempels verteilte mit einem Loeffel gesegnetes Wasser an die Besucher. Mich wies er jedoch ziemlich unfreundlich darauf hin, dass ich es nur bekaeme, wenn ich es auch trinken wuerde. In anderen Tempeln waren die Priester sonst immer sehr freundlich und kamen einen sogar entgegen oder erklaerten, was man in so einem Hindu-Tempel eigentlich macht. Da fand ich dieses Exemplar von Priester schon ein bisschen seltsam.
Wir kamen irgendwann dann wieder zu unsrer Wohnung zurueck und Christian und Matthias gingen fuer uns alle Grillhaehnchen holen.
Am Montag musste ich dann leider wieder zur Arbeit und Moni packte derweil ihren Koffer. Wir gingen am Abend noch mal indisch essen und gegen 23 Uhr fuhren Moni und ich zum Flughafen. Leider darf man diesen bloeden Flughafen nur mit Flugticket betreten und so mussten wir uns schon draussen verabschieden. Mittlerweile ist sie gut in Deutschland angekommen und packt meine ganzen Sachen aus, die ich ihr schon mal mitgegeben habe
Sonntag, 4. November 2007
Freitag, 2. November 2007
Heute genau bin ich 3 Monate in Indien und auch den letzten Tag in Goa. Morgen gehts wieder "heim" nach Hyderabad. Auch wenn das Strandleben hier langsam langweilig wird, hab ich nicht so viel Lust mich wieder in meine langen Hosen und T-Shirts zu huellen und mich in die smogige Grossstadt zu setzen. Aber hilft ja nix...
Hier in Goa ist man schon etwas freier mit der Kleidungswahl. In Hyderabad kann man natuerlich auch alles anziehen, was man in einer westlichen Stadt anziehen wuerde... aber man darf sich dann nicht ueber die Blicke der Inder wundern. Hier in Goa jedoch, zumindest am Strand, ticken die Uhren anders. Die Touristen laufen einfach herum, wie an fast jedem anderen Strand der Welt auch.
Habe heute versucht, zwei Huettchen fuer Dezember zu reservieren, denn wir (Christian, Matthias + Freundin und ich) wollen ueber Weihnachten noch mal nach Goa kommen. Ist allerdings nicht so einfach, denn entweder sind die Huettchen schon voll oder es werden keine Reservierungen angenommen (ich versteh allerdings nicht, wie die Huettchen ausgebucht sein koennen, wenn man nicht reservieren kann... aeh egal). Und abgesehen von diesem Problem, sind die Huettchen dann auch noch exorbitant teuer. Im Moment zahlen wir fuer unser neues gemauertes Huettchen 10 Euro pro Nacht und um Weihnachten rum wirds dann wohl etwa 40 Euro kosten. Mal sehen, was wir dann machen. Bin da gerade etwas ratlos.
Heute sind wir dann endlich mal in die andere Richtung des Strandes gelaufen. Da war aber auch nicht so viel los. Haben jetzt beide gut Sonnenbrand und warten darauf, dass es wieder Zeit wird, was Leckeres zu essen 
Gestern wollten wir auf einen anderen Strand umziehen, der mir als "ruhiger" empfohlen wurde. War er auch. Da war naemlich gar nix. Nur eine Strandbar mit etwa 10 Touris drin. Sonst nix. Nichts gegen ruhige Straende, aber ich will ja nicht im Sand schlafen. Also sind wir wieder zurueck zu "unsrem" Palolem Beach und haben uns ein neues Steinhuettchen gesucht, was ich ja oben schon erwaehnte. Haben nun sehr gespraechige australische Nachbarn, die auch morgens schon ihr Bierchen kippen und die schon seit 6 Wochen hier am Strand wohnen. Es handelt sich dabei um ein Ehepaar Anfang 60, die ihr Restaurant in Australien verkauft haben und nun die Welt bereisen wollen, denn ihre 3 Soehne sind ja nun auch schon aus dem Haus. Der Aelteste ist nun verheiratet und es ist wohl bald Nachwuchs zu erwarten. Der mittlere hat in den USA studiert und der Juengere, der ist ihr Sorgenkind, denn der weiss noch nicht, was er machen soll... usw.
Ansonsten gibt es eigentlich nichts Neues. Morgen werden wir noch mal in Ruhe fruehstuecken und dann mit dem Bus zum Flughafen aufbrechen. Moni bleibt dann noch bis Montag bei uns und fliegt in der Nacht zum Dienstag bepackt mit indischem Kram von mir zurueck nach Deutschland.
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