Wie schon letzte Woche angekündigt waren wir heute auf eine Hochzeit eines Mitarbeiters eingeladen. Wir wurden angewiesen um 9 Uhr bei der alten Firma zu sein, denn dort würde uns ein Bus abholen. Etwa eine halbe Stunde zu spät kam dann auch tatsächlich ein kleiner Bus, lud uns und ein paar andere Mitarbeiter und Studenten ein und los ging's. Wir waren etwa 1,5 Stunden unterwegs und ich weiß auch gar nicht so genau, wo wir eigentlich gewesen sind, aber wir haben mal richtige Landschaft gesehen und richtige Luft geatmet! Es gibt also doch noch ein Indien neben der Großstadt.

Als wir angekommen waren, begann auch schon gleich die Trauzeremonie. Wir sortierten uns auf die Gartenstühle (Frauen auf die linke Seite, Männer rechts) und sahen zu. Und sahen eben nur zu. Ich war recht alleine mit der etwas steifen Chefsekretärin und ein paar anderen, die aber alle weiter weg von mir saßen. Und die Frau Chefsekretärin wollte anscheinend mit mir nicht so recht reden, mir auch nichts erklären und verscheuchte sogar eine alte Frau, die mir einen roten Punkt auf die Stirn malen wollte, ohne mich zu fragen, was ich davon eigentlich halte.
Was ich beobachtet hab: Es gab eine Art Empore. Links und rechts saßen wohl jeweils die Familien des Brautpaars, in der Mitte gab es einen geschmückten Pavilion, unter dem der Bräutigam zunächst saß und wartete. Um ihn herum standen alle möglichen Leute, Fotografen, Famillienangehörige oder wer gerade sonst mit jemandem da oben quatschen wollte. Irgendwann wurde die Braut hereingeführt und auf die Empore gebracht. Der Bräutigam stand nun mit dem Rücken zu uns und schaute auf die Braut (die für uns verdeckt vom Bräutigam ihm gegenüber stand). Zwischen die beiden wurde ein Tuch gehalten.
Ein Prediger (oder sowas ähnliches) erzählte sehr viel spannende Märchen oder die Sonderangebote des hiesigen Supermarktes und irgendwann durfte sich das Brautpaar hinsetzen und das Tuch wurde entfernt. Dann erzählte der Prediger noch mal eine ganze Weile was übers Wetter und zwischendurch durfte der Bräutigam der Braut Reis aufs Haupt streuen und umgekehrt. Das Ganze dauerte ca. eine Stunde. Dann wurden große, festliche Stühle geholt und das Brautpaar darauf platziert. Die männlichen Besucher sprangen auf, liefen nach vorne und bewarfen das Brautpaar mit Reis und wünschten ihnen alles Gute. Danach verzog sich alles nach nebenan zum Futtern. Das Braupaar musste währendessen noch für jede Menge Fotos posieren.
Nach dem Futter posierten wir dann auch noch mal mit Brautpaar (leider aber nicht vor meiner Kamera) und fuhren dann auch schon langsam wieder zurück zum Büro.
Ich muss mich wohl wirklich mal informieren, was da so alles passiert ist. Eine Kollegin hat gesagt, sie hätte mir ja gerne was darüber erzählt während der Trauung, aber unsre Chefsekretärin hätte ja zwischen uns gesessen. Hmpf.
Fotos gibt es wie immer in der Galerie. Viel Spaß.