Gestern waren wir dann noch auf den Hochzeitsempfang eingeladen. Wir durften etwas früher Feierabend machen und wurden auf zwei Motorräder von Mitarbeitern verteilt. Der Empfang sollte am anderen Ende der Stadt sein. Da ich bisher noch nie auf einem Motorrad gesessen habe (nur auf einem Roller im Türkeiurlaub) war das schon recht aufregend, vor allem im indischen Großstadtverkehr. Irgendwann fing es dann an zu tröpfeln, das war noch ganz lustig, aber dann goss es plötzlich in Strömen.
Wir hielten kurz an und fuhren dann aber weiter. Irgendwann war ich völlig durchnässt. Mir wurde vorgeschlagen mit Kavitah (einer Mitarbeiterin) in ein Auto umzusteigen und das tat ich dann auch. Das Auto gehörte ihrem Mann, der uns dort irgendwo in der Stadt einsammelte. Wir hielten dann erst noch mal an einer Shopping Mall, denn die beiden wollten mir unbedingt was Trockenes zum Anziehen kaufen. Ich hab mich aber geweigert, so hat sich Kavitah nur eine Hose und eine Art Haus-Dress gekauft. So ganz verstanden hab ich die Aktion aber nicht.
Danach sind wir zu den beiden nach Hause gefahren, denn Kavitah wollte sich noch umziehen. Umziehen bedeutete: duschen, umziehen, schmücken. Das hat etwa eine 3/4 Stunde gedauert und ich wurde vor dem Fernseher geparkt und durfte mir einen seltsamen Hollywood-Film (ja, mit H) über Huskies irgendwo im Eis anschauen. Von dort ging es dann aber tatsächlich (mit Umweg über einen Blumenladen) zum Hochzeitsempfang. Christian war zu diesem Zeitpunkt wohl schon mehr als eine Stunde dort.
Der Empfang fand mal wieder in einer dieser typischen Hochzeitshallen statt, die hier an jeder Ecke zu finden sind. Es hätten dort sicher 1000 - 1500 Leute Platz gefunden, aber so viele Gäste waren dann doch nicht gekommen. Im größeren Raum war dann mal wieder ein Podest, auf dem das Brautpaar für Fotos posierte. Wir sind also auch mal alle hochgeklettert, haben noch mal gratuliert und posiert und dann gings schon mit gesammelter Firmenmannschaft ans Buffet. Dort gabs so ziemlich das gleiche Essen, wie schon an der eigentlichen Hochzeit, diesmal aber mit Fleisch (Hühnchen) und frischem Obst als Nachtisch. Ich hab mich hauptsächlich auf das Obst und Eis konzentriert

Nachdem wir dann, wie üblich, alle im Stehen gegessen hatten, haben sich auch schon wieder alle verabschiedet.
Alles in allem war ich maximal eine Stunde auf diesem Empfang. Es wurde dort nicht getanzt und auch sonst nicht richtig gefeiert. Die Inder sind da etwas merkwürdig. Als wir gingen, posierte das Brautpaar immer noch vor den Fotografen. So eine Hochzeit würde ich mir wirklich nicht wünschen.