Mittwoch, 28. November 2007Nicht jeder, der nach Indien faehrt, entdeckt Amerika
Wir sind wieder zu dritt. Stephie flog letzte Nacht wieder zurueck nach Deutschland und hinterliess Matthias, Christian und mir nur eine Packung deutschen Gouda und ein leeres Zimmer.
Die letzten Tage verliefen recht ereignislos. Wir schauten im Imax (auf der groessten Leinwand der Welt... das hab ich schon mal erwaehnt oder?) "Beowulf" in 3D. Das beste an dem Film war die Dose Kekse, die ich mir vor der Vorstellung im Kino gekauft hatte. Findet jemand diese Animationstechnik wirklich gut? Die Leute sehen teilweise aus wie Wachs. Da wirkte ja selbst Robert T-Online lebensechter. Kulinarisch gesehen entdeckten wir in den letzten zwei Wochen neue Welten: wir waren libanesisch, tuerkisch und mexikanisch essen (und mehrmals in den amerikanischen Fast-Food-Tempeln McDonald's, Subway und KFC). Ja, auch indisches Essen wird irgendwann langweilig und man sucht Alternativen. Mal sehen, ob wir irgendwann noch ein deutsches Restaurant auftun. Ausser unter der Woche im Buero zu sitzen, schauten wir uns noch die "Seven Tombs" an, in welchen 7 Koenige beigesetzt sind. Diese Graeber, die fast schon wie Mini-Palaeste aussehen, stehen in einem schoenen Park, in dem man sich ein bisschen von der Grossstadt erholen kann. Eine Woche davor waren wir ausserdem endlich auch mal in HITEC City, einem Stadtteil von Hyderabad, in dem viele grosse IT-Firmen angesiedelt sind. Davon haben wir aber nicht so viel gesehen, sondern sind recht zufaellig in eine Art Kunsthandwerks-Vergnuegungspark gestolpert, in dem man vor allem einkaufen, aber auch Plastik-Inder bei der Ausuebung frueherer Handwerksberufe beobachten konnte (sowas wie der Hessenpark auf indisch, jedoch mit dem Unterschied, dass die dargestellten Berufe noch genauso in Indien ausgeuebt werden, auch wenn die Inder das vielleicht nicht wahrhaben wollen). Zumindest bei mir hat in letzter Zeit auch langsam das Heimweh eingesetzt. Naechste Woche jedoch haben wir schon unsren letzten Arbeitstag. Danach gehen wir auf Reisen und danach, Mitte Januar, geht es dann auch endlich zurueck nach Deutschland. Mittwoch, 14. November 2007Wochenendrueckblick
Das Wochenende ist schon wieder ein paar Tage her, aber ich will trotzdem noch erzaehlen, was wir so gemacht haben.
Am Freitag war Diwali, einer der hoechsten hinduistischen Feiertage und wir hatten frei und kein Internet. Von unsrer Firma gab es zu diesem Anlass auch ein paar indische Suessigkeiten, die wir sehr vorsichtig probierten und zwischen "naja, man kanns essen" und "das schenken wir lieber dem Watchman" einordneten. Abends gab es dann jedenfalls das schon von Boeller-werfenden Kindern vorangekuendigte Feuerwerk, welches ueber die ganze Stadt verteilt war und die Inder sehr ausgelassen begingen. Die hier verwendeten Boeller wurden frueher wahrscheinlich erfolgreich zur Elefantenjagd eingesetzt (Tod durch Herzstillstand?) und dienen auch zur ambulanten Amputation von Fingergliedern oder Perforation von Trommelfellen. Nach einer sehr kurzen Nacht, denn die Inder feierten noch zwei Tage lang weiter und unser Bus fuhr eben schon um 8 Uhr, machen wir uns auf zu einem Tagesausflug zum Nagarjuna Sagar, einem Stausee etwa 150km ausserhalb Hyderabads. Wir planten eigentlich, dort zu uebernachten, denn es sollte einen sehenswerten Staudamm, Wasserfaelle und ein Tigerreservat geben. Die Touri-Information klaerte uns bei der Ankunft jedoch auf, dass man Tigerkuscheln nur mit Anmeldung beim Tigeraufseher duerfe und den Rest unsrer Besichtigungen gut an einem Tag hinter sich bringen koennte. Wir fuhren daraufhin mit der Rikscha und Fahrer "I can drive with my legs"-Ramesh weiter zum Stausee. Dort konnte man, wenn man ein Ticket fuer die Ueberfahrt, ein Ticket fuer das Museum und ein Ticket fuer die Insel gekauft hatte (und nur dann!) mit einem Bootchen zu einer Insel im Stausee fahren und sich alte Monumente und eben ein Museum anschauen. Wir stopften uns also mit vielen anderen Indern auf das Bootchen und schaukelten ca. eine Stunde ueber den See. Auf der Insel angekommen, suchten wir erstmal das Klohaeusschen und was zu Essen (war ja mittlerweile 15 Uhr mittags) und nachdem wir Ersteres gefunden, Zweiteres aber uebersehen hatten, wurden wir aufgefordert, wieder zurueck zum Boot zu gehen, denn dies sei die letzte Rueckfahrtmoeglichkeit. Wir schaukelten darauf irritiert wieder etwa eine Stunde zurueck zum Festland und hatten ziemlich genau nix gesehen. Nun aber los zu den Wasserfaellen mit der naechsten Rikscha. Bis wir dort ankamen und den Eintritt gezahlt hatten, war es dann allerdings dunkel und die im Touribuero versprochene und auf Prospekten verkitschte Beleuchtung nicht funktionsfaehig. Wir fuhren dann wieder zurueck zur Busstation, was auch nicht ganz reibungslos funktionierte, bekamen in einem kleinen Restaurant endlich was zu Essen und erwischten dann auch gegen 20.30 Uhr einen Bus zurueck nach Hyderabad. Ziemlich erledigt und von der zugigen Luft im Bus durchgekuehlt kamen wir gegen 1 Uhr wieder in unsrer Wohnung an.
Geschrieben von Lena
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Dienstag, 6. November 2007Tempel und Abschied
Am Sonntag sind Moni und ich mal wieder zum Optiker getigert und ich hab nun endlich meine neue Brille bekommen... leider aber nicht passend fuer mich zurecht gebogen, weil kein faehiger Mitarbeiter da war. Danach sind wir zum Birla Tempel gefahren und haben ihn nach 2 Stunden Warterei wegen Mittagspause auch anschauen duerfen. Ungefaehr die halbe indische Armee hatte dies auch vor und draengelte sich schamlos nach vorne oder winkte uns in die Kamera. Der Tempel ist schon sehr schoen, aber nicht so bunt wie die Hindu-Tempel sonst meistens sind. Der Priester im Heiligtum des Tempels verteilte mit einem Loeffel gesegnetes Wasser an die Besucher. Mich wies er jedoch ziemlich unfreundlich darauf hin, dass ich es nur bekaeme, wenn ich es auch trinken wuerde. In anderen Tempeln waren die Priester sonst immer sehr freundlich und kamen einen sogar entgegen oder erklaerten, was man in so einem Hindu-Tempel eigentlich macht. Da fand ich dieses Exemplar von Priester schon ein bisschen seltsam.
Wir kamen irgendwann dann wieder zu unsrer Wohnung zurueck und Christian und Matthias gingen fuer uns alle Grillhaehnchen holen. Am Montag musste ich dann leider wieder zur Arbeit und Moni packte derweil ihren Koffer. Wir gingen am Abend noch mal indisch essen und gegen 23 Uhr fuhren Moni und ich zum Flughafen. Leider darf man diesen bloeden Flughafen nur mit Flugticket betreten und so mussten wir uns schon draussen verabschieden. Mittlerweile ist sie gut in Deutschland angekommen und packt meine ganzen Sachen aus, die ich ihr schon mal mitgegeben habe Sonntag, 4. November 2007da ist man mal 4 Tage weg...
... und schon steht hier alles Kopf in Hyderabad. Am Dienstag hatten wir ja schon mit dem Rikschastreik zu kämpfen und ich dachte, das würde nicht länger als einen Tag dauern. Dem war aber nicht so. Scheinbar haben die Fahrer bis heute durchgehalten, auch wenn genügend Streikbrecher herumfahren und den Mitfahrwilligen nun besonders hohe Preise abrechnen. Die Taxameter sind aber alle unschuldig verhüllt. Scheinbar gibt es auch Streikkontrollen und Matthias und Christian wurden vorgestern aus einer Rikscha geworfen.
Davon abgesehen gab es wohl gegen Mittwoch einen verspäteten Monsunregen und in meinem Zimmer steht immer noch ein wenig Wasser. Außerdem sind die Ameisen wiederauferstanden und gleich scharenweise durch unsre Wohnung marschiert. Mittlerweile haben wir aber importierte Ameisenköderdosen und Christian konnte die Biester wirkungsvoll bekämpfen. Außer den Ameisen kam dann auch noch eine neue Mitbewohnerin für Matthias: Steffi. Sie arbeitet bei unsrer alten Firma und hat auch an der FH Wiesbaden studiert. Wir sind nun also zu viert. Während meiner Abwesenheit haben Christian und Matthias dann auch noch diverse Zug- und Flugtickets eingekauft und wir sind mittendrin in unsren Reiseplanungen für Dezember / Januar. Mehr dazu später an dieser Stelle.
Geschrieben von Lena
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Freitag, 2. November 2007Krebse, Kuehe und Touristen
Heute genau bin ich 3 Monate in Indien und auch den letzten Tag in Goa. Morgen gehts wieder "heim" nach Hyderabad. Auch wenn das Strandleben hier langsam langweilig wird, hab ich nicht so viel Lust mich wieder in meine langen Hosen und T-Shirts zu huellen und mich in die smogige Grossstadt zu setzen. Aber hilft ja nix...
![]() Das Dorf Agonda Hier in Goa ist man schon etwas freier mit der Kleidungswahl. In Hyderabad kann man natuerlich auch alles anziehen, was man in einer westlichen Stadt anziehen wuerde... aber man darf sich dann nicht ueber die Blicke der Inder wundern. Hier in Goa jedoch, zumindest am Strand, ticken die Uhren anders. Die Touristen laufen einfach herum, wie an fast jedem anderen Strand der Welt auch. Habe heute versucht, zwei Huettchen fuer Dezember zu reservieren, denn wir (Christian, Matthias + Freundin und ich) wollen ueber Weihnachten noch mal nach Goa kommen. Ist allerdings nicht so einfach, denn entweder sind die Huettchen schon voll oder es werden keine Reservierungen angenommen (ich versteh allerdings nicht, wie die Huettchen ausgebucht sein koennen, wenn man nicht reservieren kann... aeh egal). Und abgesehen von diesem Problem, sind die Huettchen dann auch noch exorbitant teuer. Im Moment zahlen wir fuer unser neues gemauertes Huettchen 10 Euro pro Nacht und um Weihnachten rum wirds dann wohl etwa 40 Euro kosten. Mal sehen, was wir dann machen. Bin da gerade etwas ratlos. Heute sind wir dann endlich mal in die andere Richtung des Strandes gelaufen. Da war aber auch nicht so viel los. Haben jetzt beide gut Sonnenbrand und warten darauf, dass es wieder Zeit wird, was Leckeres zu essen Gestern wollten wir auf einen anderen Strand umziehen, der mir als "ruhiger" empfohlen wurde. War er auch. Da war naemlich gar nix. Nur eine Strandbar mit etwa 10 Touris drin. Sonst nix. Nichts gegen ruhige Straende, aber ich will ja nicht im Sand schlafen. Also sind wir wieder zurueck zu "unsrem" Palolem Beach und haben uns ein neues Steinhuettchen gesucht, was ich ja oben schon erwaehnte. Haben nun sehr gespraechige australische Nachbarn, die auch morgens schon ihr Bierchen kippen und die schon seit 6 Wochen hier am Strand wohnen. Es handelt sich dabei um ein Ehepaar Anfang 60, die ihr Restaurant in Australien verkauft haben und nun die Welt bereisen wollen, denn ihre 3 Soehne sind ja nun auch schon aus dem Haus. Der Aelteste ist nun verheiratet und es ist wohl bald Nachwuchs zu erwarten. Der mittlere hat in den USA studiert und der Juengere, der ist ihr Sorgenkind, denn der weiss noch nicht, was er machen soll... usw. Ansonsten gibt es eigentlich nichts Neues. Morgen werden wir noch mal in Ruhe fruehstuecken und dann mit dem Bus zum Flughafen aufbrechen. Moni bleibt dann noch bis Montag bei uns und fliegt in der Nacht zum Dienstag bepackt mit indischem Kram von mir zurueck nach Deutschland.
Geschrieben von Lena
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Mittwoch, 31. Oktober 2007zeitlos in Goa![]() Palolem Beach ![]() Kapitaen mit Boot Danach gabs Atlantic Breakfast mit Spiegelei und Speck und Bohnen. Naja... das war ein Fehlgriff, aber ok. Haben noch Obstsalat gegessen und richtigen Kaffee getrunken. Ein Highlight! Anschliessend spazierten wir gemuetlich die linke Haelfte des Strandes ab. Unser Holzhaeuschen befindet sich ziemlich zentral in der Mitte und wir planen schon fuer morgen, die andere Haelfte zu erkunden. Wir schlenderten also gemuetlich, unterbrochen von einigen Bootsverkaeufern, Tuchverleihern und Hennakuenstlerinnen herum und erreichten dann auch bald das Ende des Strandes (kompletter Strand ist wohl etwa 4 - 5km lag). Dort ignorierten wir dann einen besonders penetranten Bootstourenverkaeufer und nahmen uns den weniger penetranten Bootstourenverkaeufer, um eine Bootstour zu kaufen. Wir setzten uns in ein kleines halbes Katermaran-Holzboot (oder etwas aehnlichem, ich hab keine Ahnung von Booten. Es hatte jedenfalls so eine Stuetze an einer Seite) und fuhren in die "Backwaters", ein truebes, stilles Sumpfwassergebiet hinterm Strand. Wir sahen ein paar huebsche Voegelchen (Herons und Kingfischers und so... schaut mal jemand nach, was das auf Deutsch ist, ja? Danach entspannten wir uns bei einem kuehlen Getraenk und liefen langsam wieder zurueck zu unsrem Huettchen. Den Rest des Tages gammelten wir dann auf den Liegen vor unsrem Huettchenrestaurant und sind nun schon schoen rot und hoffentlich bald schoen braun. Dienstag, 30. Oktober 2007Ankunft in Goa
Moni und ich sind heute morgen erstmal in den Bus gestiegen, denn die Rikschas streiken fuer hoehere Fahrgebuehren und dagegen, dass die Rikschas durch Autos ersetzt werden. Naja, Christian und Matthias jedenfalls haben eine halbe Stunde auf eine Rikscha zur Arbeit gewartet und sich daher entschlossen, zu Hause zu bleiben. Da ich nicht sxo 100%tig sicher war, wie man mit dem Bus zum Flughafen kommt, war das ein bisschen aufregend, aber wir haben es gemeistert.
Im Flughafen verlief dann alles reibungslos. Irgendwann sassen wir in unsrer sehr leeren Maschine nach Goa und waren nach dem Start auch schon fast wieder im Landeanflug. In Goa angekommen, empfing uns zunaechst eine warme, schwuele Luft und eine Horde Taxifahrer, die uns alle zum Palolem Beach fahren wollten (soviel zum "Geheimtip" aus dem Lonley Planet). Wir ignorierten diese grosszuegig und stellten uns an die nichtmarkierte Bushaltestelle und warteten ein wenig in bruetender goanischer Sonne auf den Bus nach Margao. Im Stehen an Inder gekuschelt erreichten wir diese Stadt dann auch eine Stunde spaeter. Von dort aus gings gleich weiter in den naechsten Bus nach Chauri oder Chaudi (auf meinem Stadtplan steht beides und die Inder scheinen sich auch nicht so einig zu sein). Das dauerte dann wieder eine gute Stunde. ![]() Unsere Huette Nach dem Futter sind wir noch an den Strandgeschaeften entlang flaniert und es kam einem alles sehr bekannt vor: T-Shirts mit grellgruenen, kiffenden Zwergen, Elefantenholzfiguerchen, Henna-Malereien, Gras-Pfeifen, bunte Batik-Klamotten und der ganze andere Klimbim, den man auch auf deutschen "alternativen" Festen findet. Man kann sich hier sogar die passenden Dread Locks machen lassen und sich einen grossen Backpacker-Rucksack kaufen. Viel los ist hier uebrigens nicht. Angeblich sind wir die ersten in dieser Saison in unsrer Holzhuette und das Restaurant fuehrt noch keine indische Gerichte, denn es ist erst seit 2 Tagen geoeffnet. Trotzdem habe ich seit mindestens 3 Monaten nicht mehr so viele weisse Menschen gesehen. Es scheint sich dabei meistens um Brite zu handeln. Der Strand ist sehr schoen und sicher schon auf vielen Postkarten verewigt worden. Man muss nur aufpassen, dass man nicht ueber Hunde, Kuehe oder deren Hinterlassenschaften stolpert...
Geschrieben von Lena
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16:52
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Montag, 29. Oktober 2007indisches Mittagessen, Charminar die Zwote und Basar in Kothi
Am Wochenende haben wir mal wieder einiges unternommen. Eigentlich wurden wir fuer Samstag von unsrem Chef mit der ganzen Firma in sein Dorf "eingeladen". Da wir am Samstag schon mit Shree zum Essen verabredet waren, war uns das nicht ganz so recht. Die Dorf-Besichtigungstour wurde aber am gleichen Tag noch abgesagt, denn es waeren zu Wenige mitgekommen. Wir nutzten den Samstag und fuhren erst noch einmal zum Optiker, damit Moni auch endlich ihre Kontaktlinsen kriegen konnte. Von dort aus ging es dann zum City Centre, wo das anvisierte Restaurant leider voellig ueberfuellt war und so gab es importierte amerikanische Fast-Food-Kost. Von dort aus fuhren Matthias, Moni und ich dann weiter zum Charminar, welches ich mit Christian im August schon mal besucht hatte. Es war auch noch genauso voll und eng wie damals. Wir schauten uns zunaechst in einem der vielen Perlenlaeden ein paar Perlen an und Matthias und Moni kauften auch was. Von dort aus liefen wir direkt zum Charminar, machten ein paar Fotos und liefen auch schon ganz schnell wieder in die gleiche Richtung zurueck, denn die Verkaeufer wurden einfach zu aufdringlich. Ein kleiner Junge mit Plastikgewehren war besonders nervig. Ich nahm ihm irgendwann eins der Gewehre aus der Hand, legte es ein paar Meter entfernt auf einen Stand und lief weg. Hat ihn aber nicht gestoert. Er kam bald wieder hinter uns her. Aber was soll man schon machen, wenn einem so ein Knirps hinterher rennt und staendig "Mam! Mam!" ruft?
Sonntag fuhren wir dann zu Shree zum Mittagessen. Es gab verschiedene Currys und Reis (typisch indisch eben) Nachdem wir uns von Shree verabschiedet haben, fuhr ich noch mit Moni zu einem Basar in Kothi (Stadtteil von Hyderabad) und wir kauften ein paar indisch-buntige Betttuecher und anderen Kram. Morgen gehts uebrigens fuer Moni und mich nach Goa. Wir machen mal 4 Tage Beach-Urlaub. Ich freue mich schon drauf, mal ein wenig aus dieser riesigen Stadt heraus zu kommen. Donnerstag, 25. Oktober 2007Shopping und Fisch
Gestern war ich mit meiner Mutter shoppen. Da unser Optiker ihre bestellten Testkontaktlinsen noch nicht geliefert bekommen hat, sind wir erstmal in ein kleines Einkaufszentrum gefahren und haben uns dort umgeschaut. Ich hab dort die "Walk the line"-DVD fuer 4,50 Euro erstanden. Dann ging es weiter zum City Centre, wo ich auch schon einige Male gewesen bin. Das ist eine grosse moderne Shopping-Mall mit McDonald's unten drin. Wir sind einmal komplett durchgelaufen und haben uns mit guenstigen Klamotten eingedeckt. Danach gab es noch Pizza in einem der Restaurants im 5. Stock und anschliessend fuhren wir wieder heim.
Als ich bei der Heimkehr meine Zimmertuer oeffnte, fiel mir erstmal der penetrante Gestank nach fauligem Fisch auf. Da Mutter aber keinen alte Forelle unterm Bett versteckt hatte, dachten wir zunaechst, es kaeme von draussem. Dem war aber leider nicht so. Als ich mich herumdrehte, sah ich dann einige dicke Maden unter dem Tuerrahmen auf dem Boden herumrollen. Eine weitere Inspektion ergab, dass zwischen Tuer und Tuerrahmen (da wo eigentlich kein Platz ist, wenn man die Tuer schliesst), eine Art Madennest gewesen war. "War", denn dieses hatte ich wohl beim Oeffnen der Tuer irgendwie zerstoert und die Maden sind herausgepurzelt. Dieses Nest war gut und gerne 15cm breit und stank eben, wie bereits beschrieben, wie ein 3 Wochen gammelnder Fisch. IIIIEEEH! Montag, 22. Oktober 2007Wochenendbericht
Nun ist es schon wieder Montag. Freitag hatten wir frei, denn Samstag war einer der wichtigeren Feiertage. Im Moment ist ein 10-taegiges Fest, welches am letzten Tag mit "Dasahra" endet. Ich hab aber noch nicht so ganz verstanden, um was es dabei geht. Jedenfalls zeichnet es sich durch Feuerwerke und noch mehr Blumenketten an allem was steht und geht aus. Vor den Haeusern liegen oefter auch aufgebrochene Kuerbisse mit bunten Farbpulvern garniert.
Jedenfalls hatten wir wir ein langes Wochenende und Freitag Nacht kam dann meine Mutter mit dem Flieger aus Frankfurt an. Am Samstag ging es fuer sie dann gleich los in den indischen Grossstadtdschungel. Wir sind zu einem Optiker gefahren und haben uns beide Kontaktlinsen bestellt. Meine Testlinsen hab ich gleich bekommen, komme allerdings im Moment noch nicht so damit klar Sonntag haben wir dann noch einen Ausflug zum Golkonda Fort gemacht und uns von neugierigen Indern fotografieren lassen. Das Golkonda Fort ist eine alte Ruine einer Festungsstadt etwas ausserhalb Hyderabads. ![]() Blick von oben auf das Golconda Fort Montag, 15. Oktober 2007Ramoji Film City
Gestern haben wir uns schon früh aufgemacht und sind zur Ramoji Film City gefahren. Das kennt zwar wahrscheinlich kaum ein Europäer, ist aber immerhin der weltgrößte zusammenhängende Filmstudiokomplex und etwa 30km von Hyderabad entfernt. Nach einigem Hin und Her mit den Bussen (hab ich schon erwähnt, dass hier zwar viele öffentliche Busse herumfahren, es aber keinen Busfahrplan gibt?), haben wir auch den richtigen Bus erwischt und sind Richtung Film City gebrettert.
![]() Stuntshow mit Cowboys Von Sonne und Herumlaufen geschafft, ruhten wir uns im Schatten einer bunten Pappmasché-Wand, beobachtet von Pappmasché-Tieren und einem quietschenden Handpuppenverkäufer, aus und lauschten der sich im Minutentakt wiederholenden Jingle-Bells-Melodie. Wir hatten dann noch genug Energie für die "Wild Wild West"-Stuntshow und wunderten uns auch schon gar nicht mehr über Cowboys in Indien. Dann ging es schon wieder nach Hause und wir waren wohl alle sehr geschafft. Samstag, 13. Oktober 2007Diverses
Schon wieder eine Woche rum. Die Zeit hier vergeht wirklich sehr schnell. In 90 Tagen bin ich schon wieder in Deutschland
Die Woche war recht ereignislos. Dienstag kam der Firmenchef aus Deutschland vorbei und drängte bei einer Ansprache im "Recreation Centre" (wo wir vor einigen Wochen schon mal waren) bei der indischen Belegschaft auf mehr Qualität bei der Softwareentwicklung. ![]() Choclate Fondant mit Vanilleeis im Fusion9 Gestern ging der Ramadan zu Ende und zu diesem Anlass hat irgendein Irsinniger eine Bombe bei Ajmer vor einem moslemischen Heiligtum gelegt und dabei zwei Menschen getötet und Viele verletzt. Ajmer ist zwar einige hundert Kilometer von Hyderabad entfernt, aber wie wir lasen, gab es gestern auch hier Straßensperren und Sicherheitsbedenken. Es ist aber nichts passiert und von den Straßensperren haben wir auch nichts mitbekommen. Wir sind dann gestern noch ins Fusion9, ein sehr westliches Restaurant, gefahren und haben richtig gut geschlemmt. Das Essen war zwar nicht billig, aber sein Geld wert. Mit Getränken, Hauptgericht und Nachtisch kamen wir zu dritt auf etwa 55 Euro. Ich hab dort auch so viele Westler gesehen, wie die ganze Woche noch nicht. Heute dann gabs studentisches Rührei mit Bacon und Toast. Eigentlich wollten wir zur Film City (den hyderabadschen Filmstudios) fahren, aber ich hab mir eine dicke Erkältung eingefangen und wollte lieber zu Hause bleiben. Vielleicht wirds ja morgen was. Im übrigen hat sich der Monsun jetzt wohl erledigt und es ist deutlich wärmer geworden. Nachmittags erreichen wir wohl Temperaturen um die 30 Grad Celcius und mehr. Vorteil: Wäsche trocknet anständig. Nachteil: Mir ist warm, ey! Montag, 8. Oktober 2007Chak de! India
Wir waren ja schon ein paar mal im Kino gewesen und gestern haben Matthias und ich uns “Chak de! India“ angesehen (heisst wohl soviel wie „Los Indien!“).
In dem Film geht es um einen beruehmten Hockeyspieler, der beim finalen Elfmeter (oder wie man das im Hockey nennt) gegen Pakistan versagt und sich dann vorwerfen lassen muss, von Pakistan bestochen worden zu sein, da ihn ein pakistanischer Spieler nach seinem vermasselten Tor troestend umarmt. Geaechtet von seinen Nachbarn zieht er weg und vegetiert irgendwo dahin, bis er die Chance erhaelt, die indische Frauennationalmannschaft zu trainieren. Die Mannschaft existierte wohl bis dahin noch nicht, denn sie wird komplett neu aus frischen, jungen Inderinnen zusammengestellt. Diese haben natuerlich nichts besseres zu tun, als sich erstmal richtig anzuzicken und sich mit dem Trainer zu verkrachen. Viele Lektionen ueber Teamgeist und Fairness spaeter, finden sie sich in Sydney bei den Frauenhockeyweltmeisterschaftsspielen wieder. Nach einem ersten verlorenen Spiel gegen die Australierinnen, reissen sich aber alle noch mal zusammen, ueberwinden alle Widrigkeiten und werden Weltmeister. So einfach ist das also. Der Trainer wird von dem indischen Filmsuperstar Shahrukh Khan gespielt, den man mittlerweile gelegentlich auch im deutschen Fernsehen auf RTL2 herumhuepfen sieht. „Chak de! India“ kommt allerdings ganz ohne Tanz- und Musikszenen aus. Schade, eine rhytmisch tanzende Frauenhockeymannschaft waere sicher unterhaltsam gewesen. Ich fand den Film ganz ok. Aber wir haben ja auch vom Gesprochenen so gut wie nichts verstanden. Vielleicht haben wir wichtige Dialoge verpasst, aber meistens konnte man den Pathos auch so von der Leinwand triefen sehen. Mittwoch, 3. Oktober 2007Trip nach Mysore
Letzten Donnerstag Abend stiegen wir in den Zug nach Bangalore. Wie angekündigt, hatten wir uns zwei Tage frei genommen und mal ein bisschen was von Indien zu sehen. Von dem Zugabteil gibt es ein paar Bilder in meiner Galerie. Unser 6er-Abteil war voll belegt und die Mitreisenden grüßten uns kurz. Gegen 21 Uhr wollten die anderen dann schlafen gehen und so blieb uns nichts anderes übrig, als uns auch hinzulegen, da auf den Bänken, auf denen wir bisher saßen, ja auch Leute schlafen wollten. Die Nacht war sehr unruhig und ich bin oft aufgewacht. Als wir in Bangalore dann endlich aus dem Zug fielen, fühlte ich mich noch ein wenig benommen.
![]() Blick vom Palastinnenhof zurueck auf ein Eingangstor mit Tempel auf der linken Seite Wir stiegen gleich in den Zug nach Mysore um und dort döste ich noch ein wenig vor mich hin. Als wir ausstiegen fielen uns gleich die vielen Touristen auf dem Bahnsteig auf (ungefähr 4!) und eine Deutsche fragte uns sogar, ob sie hier richtig sei. Michael, der uns schon vor drei Wochen besucht hatte und eigentlich in Delhi lebt, holte uns am Bahnhof ab und wir klapperten ein paar Hotels ab, bis wir auch ein gutes, günstiges (etwa 4,50 Euro pro Nacht im Doppelzimmer) fanden. Nach einer kurzen Stärkung gingen wir auch gleich auf Tour und besichtigten den Maharaja-Palast und die Elefanten, die dort auf ein großes Fest Ende Oktober warten, an dem sie durch die Stadt prozessieren werden. Die erste Nacht im Hotel schliefen wir dann beide gut, da wir noch etwas kaputt von der Zugfahrt waren. Am nächsten Tag ging es dann rauf auf den Tempelberg, allerdings per Bus. Wir schauten uns oben alles an und liefen dann 1000 Stufen runter, was ein schöner Weg war, aber uns allen einen Sonnenbrand bescherte. Unten angekommen, wurden wir dann von einigen Affen begrüßt, die wir bis dahin in Indien auch noch nicht gesehen hatten. Abends gingen wir noch in einen Kinofilm auf Kannada ("Anatharu"), etwas essen und dann auch schon wieder schlafen. An Tag 3 fuhren wir etwas raus aus Mysore und schauten uns den Stausee „Krishna Raja Sagara“ an. An der Staumauer gibt es einen recht gepflegten Park, in dem wir ein paar Stunden verbrachten. Mir hat Mysore sehr gut gefallen. Es ist ein etwas verschlafenes Städtchen, hat aber immerhin wohl etwa 700.000 Einwohner, was man aber nicht merkt. Es gibt dort viel weniger Verkehr als hier in Hyderabad, die Luft ist besser und es gibt sogar Bürgersteige. Ich wäre gerne noch etwas geblieben, aber am Montag mussten wir dann langsam den Rückweg antreten. Wir blieben noch einen Nachmittag in Bangalore und sind dort ein bisschen Bummeln gegangen. Dann ging es auch schon mit dem Nachtzug zurück nach Hyderabad. Die Nacht war wieder nicht so richtig erholsam, aber man konnte es aushalten. Und als wir dann bei unsrer Wohnung ankamen, war auch schon Matthias aus Karlsruhe in unsere Nachbarwohnung eingezogen. Dienstag, 25. September 2007Bangalore, Mysore, Dublin
Nächste Woche ist einer der wenigen offiziellen Feiertage in Indien, nämlich Ghandis Geburtstag am 2.10. (Dienstag). Wir haben uns den Freitag und Montag freigenommen und werden über dieses verlängerte Wochenende ein bisschen durch die Gegend fahren. Donnerstag Abend geht es direkt nach der Arbeit zum Bahnhof und von dort aus per Nachtzug nach Bangalore. Das ganze dauert ungefähr 12 Stunden (und kostet etwa 6 Euro) und wir haben einen Schlafplatz im Zug gebucht. In Bangalore angekommen, geht es gleich weiter mit einem Zug nach Mysore. Das dauert dann noch mal 3 Stunden und wir kommen dann dort Freitag Mittag frisch und erholt an...
In Mysore bleiben wir dann bis Sonntag und fahren dann wieder zurück nach Bangalore, wo wir noch mal einen Tag bleiben. Von dort aus gehts dann Montag Abend wieder über Nacht mit dem Zug zurück nach Hyderabad. Wir kommen Dienstag Morgen zurück, begrüßen Matthias und nach ein paar Stunden Schlaf gehen wir vielleicht noch auf eine Party. Desweiteren hab ich nun auch schon einen Flug nach Dublin gebucht. Am 12.1. werden wir in Frankfurt landen, dann hab ich einen Tag Zeit umd die Sommersachen aus- und die Wintersachen einzupacken und am 14.1. gehts schon nach Dublin und von dort aus mit dem Bus nach Waterford zu Michiiii
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